Psychosoziale Erste Hilfe soll unbegleitete minderjährige Geflüchtete unterstützen

– Verein mitempathie e.V. bietet frühzeitig Hilfe

21.09.2026

Der Verein mitempathie e.V. hat am Freitag, 18. September bei einer Veranstaltung im Bürgerhaus Oststadt das Konzept der "Psychosozialen Ersten Hilfe" vorgestellt. Es soll zunächst bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten zum Einsatz kommen.

Frühzeitig Unterstützung und Orientierung geben

Bereits seit April arbeiten das Jugendamt der Stadt Essen und mitempathie e.V. zusammen. Ziel der Kooperation ist es, junge Menschen in psychisch belastenden oder krisenhaften Situationen frühzeitig zu erreichen. Durch aktives, wertschätzendes und kultursensibles Zuhören sollen Orientierung und Vertrauen geschaffen und bei Bedarf Zugänge zu weiterführenden Hilfsangeboten erleichtert werden.

"Gerade junge Menschen, die Trennung von ihrer Familie, Flucht, Verlust und Unsicherheit erlebt haben, brauchen verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Sie brauchen Menschen, die ihnen zuhören, ihre Erfahrungen ernst nehmen und ihnen dabei helfen, Orientierung und Vertrauen zu gewinnen", so Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Die Psychosoziale Erste Hilfe ersetzt dabei keine medizinische oder therapeutische Behandlung, kann aber eine wichtige Brücke zu professionellen Unterstützungsangeboten sein.

Kultursensibilität und Empathie im Mittelpunkt

Unter dem Titel "Zuhören mit Empathie: Chancen und Nutzen kultursensibler Aufklärung und Prävention im Sozial- und Gesundheitswesen" standen bei der Auftaktveranstaltung die Themen Kultursensibilität, Gesundheit, aktives Zuhören und psychosoziale Erste Hilfe im Mittelpunkt.

Nach der Begrüßung durch Sule Yüksel Uslu, Vorstandsvorsitzende von mitempathie e.V., und Oberbürgermeister Thomas Kufen stellte Yüksel Uslu das Konzept vor. Anschließend beleuchteten Dr. Mimoun Azizi, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, und Tülin Yigit, Heilpraktikerin für Psychotherapie, die Auswirkungen von chronischem "Migrationsstress" und die Möglichkeiten psychosozialer Unterstützung. Eine Podiumsdiskussion bot anschließend Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

Zusammenarbeit soll weiter ausgebaut werden

Mit der Kooperation bringen Jugendamt und mitempathie e.V. unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen zusammen. Gerade sprachliche und kulturelle Barrieren können den Zugang zu Unterstützungsangeboten erschweren. Kultursensible Ansätze und ein wertschätzender Umgang sollen dabei helfen, Hemmschwellen abzubauen und Vertrauen zu schaffen.

Perspektivisch soll das Konzept der Psychosozialen Ersten Hilfe auf weitere Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe ausgeweitet werden.

"Ein gutes Miteinander entsteht nicht von selbst. Es braucht Menschen, die aufeinander zugehen, Vertrauen schaffen und Brücken bauen. Genau hier setzt mitempathie e.V. an. Die Kooperation zeigt, was möglich ist, wenn Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft ihre jeweiligen Kompetenzen zusammenbringen", betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen.

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Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Vorstellung des Konzepts der "Psychosozialen Ersten Hilfe" im Bürgerhaus Oststadt.
Bereits seit April arbeiten das Jugendamt der Stadt Essen und mitempathie e.V. zusammen, um junge Menschen in psychisch belastenden oder krisenhaften Situationen frühzeitig zu erreichen.