Mit diesen Fragen haben sich 17 Planungsteams im Wettbewerb "Grün-blaues Innenstadtband / Marktkirchenumfeld" auseinandergesetzt und verschiedene Entwürfe zur Neugestaltung der zentralen Innenstadtbereiche erarbeitet.
Mit diesen Fragen haben sich 17 Planungsteams im Wettbewerb "Grün-blaues Innenstadtband / Marktkirchenumfeld" auseinandergesetzt und verschiedene Entwürfe zur Neugestaltung der zentralen Innenstadtbereiche erarbeitet.
Die Durchführung eines freiraumplanerischen Wettbewerbs gewährleistet eine faire, transparente und rechtssichere Vergabe von Planungsleistungen.
Wettbewerbsverfahren nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013) folgen klar definierten Regeln und Prinzipien, darunter die Gleichbehandlung aller Teilnehmenden, eine eindeutige Aufgabenstellung, angemessene Preisgelder sowie die Bewertung der Entwürfe durch ein fachlich qualifiziertes Preisgericht. Die am Wettbewerb beteiligten Planungsbüros erarbeiten ihre Entwürfe mit der Perspektive einer späteren Beauftragung. Der ausgewählte Siegerentwurf bildet die Grundlage für die weitere planerische Ausarbeitung und Umsetzung.
Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbsverfahrens. Ziel ist es, Hinweise, Erfahrungen und Erwartungen aus unterschiedlichen Perspektiven in die Aufgabenstellung einfließen zu lassen. Die Ergebnisse der Beteiligung werden sorgfältig ausgewertet und bilden einen wichtigen Baustein der Wettbewerbsunterlagen.
Stakeholder-Gespräche
Im Vorfeld wurden Fachgespräche mit zentralen Akteurinnen und Akteuren aus dem Plangebiet geführt. Dazu zählten unter anderem die EVV Verwertungs- und Betriebs GmbH (Wochenmarkt an der Marktkirche), der Handelsverband NRW Ruhr e. V., die Industrie- und Handelskammer (IHK), das Bistum Essen, die Evangelische Gemeinde der Marktkirche, Vertreter*innen der Gastronomie sowie Akteurinnen*Akteure aus der Viehofer Straße. Ziel war es, fachliche Einschätzungen, Anforderungen und lokale Kenntnisse frühzeitig einzubeziehen.
Online-Beteiligung
Vom 9. bis 27. Februar 2026 bestand die Möglichkeit, über eine interaktive Karte Hinweise und Anregungen zur Gestaltung der Kettwiger Straße, der Viehofer Straße und des Marktkirchenumfelds einzubringen. Beiträge konnten räumlich verortet und thematisch zugeordnet werden, etwa zu Aufenthaltsqualität, Begrünung, Klima, Nutzungen oder Barrierefreiheit. Insgesamt wurden knapp 100 Einträge eingegeben und somit zahlreiche wertvolle Hinweise und Anregungen zur Neugestaltung der zentralen Innenstadt eingebracht. Die Online-Beteiligung ist unter www.essen.de/Innenstadtband_Beteiligung weiterhin abrufbar.
Stadtspaziergang und Planungswerkstatt am 25. Februar 2026
Am Mittwoch, 25. Februar 2026 fand zwischen 16 bis 17 Uhr ein geführter Stadtspaziergang mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern durch das Plangebiet statt. Dabei wurden räumliche Qualitäten und Herausforderungen direkt vor Ort thematisiert. An vier Stationen im Plangebiet, hatten die Anwesenden die Gelegenheit, Ihre Erfahrungen, Idee und Wünsche für eine zukünftige Neugestaltung einzubringen und konkrete Fragen zu stellen. Im Anschluss folgte ab 18 Uhr eine Planungswerkstatt in der Kreativ-Kathedrale TRUDI (Pferdemarkt 3, 45127 Essen). In der Planungswerkstatt wurden der Ablauf und die Aufgabenstellung des Wettbewerbs erläutert. An fünf Thementischen wurden zudem Anforderungen und Bedürfnisse zu den Schwerpunkten „Grün“, „Aufenthalt und Atmosphäre“, „Nutzungen“, „Wasser und Klima“ und „Barrierefreiheit und Mobilität“ in Kleingruppen diskutiert.
Die Ergebnisse aller Beteiligungsformate wurden durch Mitarbeitende des Amts für Stadtplanung und -entwicklung sowie durch das Büro ISR – Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH gesichtet und ausgewertet. Die Dokumentation zu den Beteiligungsformaten wurde den Wettbewerbsteilnehmenden zur Verfügung gestellt, sodass die eingebrachten Hinweise und Anregungen in die Ausgestaltung der Wettbewerbsaufgabe einfließen.
Zur Dokumentation der Beteiligungsformate zum Wettbewerb (pdf, 2854 kB) ![]()
Mitte März standen die am Wettbewerb teilnehmenden Büros fest. Im Zuge eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens wurde ein Teilnehmendenfeld von 20 Büros aus dem Bereich der Landschaftsarchitektur ausgewählt. Nach Feststellung der Wettbewerbsteilnehmenden konnte der Versand der Auslobung (Aufgabenstellung) und der Planungsgrundlagen erfolgen. Zum Start der, bis zum 9. Juni 2023 anhaltenden, Bearbeitungsphase fand am 27. März das Einführungskolloquium statt. Im Rahmen des Einführungskolloquiums wurde dem Preisgericht sowie den am Wettbewerb teilnehmenden Büros die Wettbewerbsaufgabe noch einmal kurz vorgestellt und es konnten Fragen geklärt werden.
Das Preisgericht unter dem Vorsitz der Landschaftsarchitektin Frau Ina Bimberg entschied am 10. Juli 2026 über die Prämierungen.
Insgesamt haben 17 Büros einen Entwurf eingereicht.
Büro: adlerolesch Gmbh, Nürnberg
Der Entwurf "Grünes Gold für Essen" entwickelt die historische Nord-Süd-Achse der Essener Innenstadt zu einem durchgehenden grün-blauen Band zwischen Hauptbahnhof und Viehofer Platz. Wiederkehrende Gestaltungsmodule gliedern die Abfolge der Straßen und Plätze und verbinden Vegetationsflächen, Baumgruppen, Aufenthaltsbereiche, Sitzgelegenheiten und Wasserelemente miteinander.
Kennzeichnend für den Entwurf ist ein minimalinvasiver Ansatz. Rund 17 Prozent der Fläche werden baulich verändert. Die vorhandenen Beläge aus den 1990er Jahren bleiben überwiegend erhalten und werden durch gezielte Eingriffe ergänzt. Auch die historische Parzellenstruktur der Innenstadt wird in der Gestaltung aufgegriffen. Messingfarbene Elemente nehmen Bezug auf die Geschichte der Stadt und geben den einzelnen Modulen ein wiedererkennbares Erscheinungsbild.
Mit zusätzlichen Gehölzen, begrünten Flächen und beschatteten Aufenthaltsorten reagiert der Entwurf auf die stark versiegelten und im Sommer aufgeheizten Stadträume.
Eine zentrale Rolle übernimmt das Umfeld der Marktkirche. Es wird als "grünes Herz" der Innenstadt mit offenen Wiesenflächen, Baumfeldern und einem Fontänenfeld gestaltet.
Durch die Kombination aus wiederkehrenden Modulen und ortsspezifisch gestalteten Bereichen entsteht eine zusammenhängende Raumfolge, die zugleich auf die unterschiedlichen Nutzungen und historischen Bezüge der Essener Innenstadt reagiert.
Büro: TDB Landschaft Gmbh, Berlin
Der Entwurf "Grünes Archipel" entwickelt die Essener Innenstadt als zusammenhängenden grün-blauen Freiraum, der die Fußgängerzone und ihre Platzräume über ein Netz aus grünen Inseln, Baumstrukturen und Wasserelementen verbindet. Der bestehende Stadtbelag bleibt weitgehend erhalten und wird gezielt ergänzt, insbesondere im Marktkirchenumfeld, das als zentraler, hochwertiger Stadtraum neu gefasst wird. Ein "grüner Archipel" schafft unterschiedliche Aufenthaltsorte mit Schatten, Spiel und Begegnung und verbessert spürbar das Mikroklima. Regengärten, Verdunstungs- und Versickerungsflächen sowie Retentionsbereiche stärken das Regenwassermanagement. Die Viehofer Straße und der Pferdemarkt werden zu gemeinschaftlichen, grünen Stadträumen weiterentwickelt. Die Platanenhalle und das Marktkirchenumfeld bilden identitätsstiftende Knotenpunkte innerhalb des Freiraumnetzes der nachhaltigen urbanen Innenstadtstruktur entspricht.
Büro: arbos landscape Gmbh, Hamburg
Der Entwurf "Verbinden.Wachsen.Beleben" entwickelt die Essener Innenstadt als blau-grünes Innenstadtband aus modularen Klimainseln, das Kettwiger Straße, Marktkirchenumfeld und Viehofer Straße als zusammenhängende Freiraumachse verbindet. Durch verspringende, punktuell angeordnete Grün- und Aufenthaltsinseln entstehen flexible Stadträume, die Bewegungs- und Aufenthaltszonen ausbalancieren und bestehende Sichtbeziehungen respektieren. Das Marktkirchenumfeld wird als grünes Herz mit Platzintarsie, Wasserflächen, Markt- und Gartenbereichen sowie Lesegarten ausgebildet. Hochbeete aus Ruhrsandstein, klimaresiliente Bepflanzung und versickerungsoffenen Flächen verbessern Mikroklima und Wassermanagement im Sinne der Schwammstadt. Die Viehofer Straße entwickelt sich zum blau-grünen Quartiersband mit Wohn- und Alltagsnutzungen, während der Viehofer Platz als Quartierspark den nördlichen Abschluss bildet.
Büro: Planorama GmbH, Berlin
Die zentrale Leitidee des Entwurfs ist ein zusammenhängendes „Grün-Blaues Innenstadtband“, das die wichtigsten Stadträume der Essener Innenstadt funktional, gestalterisch und ökologisch miteinander verbindet. Entlang der Achse vom Willy-Brandt-Platz über die Kettwiger Straße und den Kettwiger Platz bis zum Marktkirchenumfeld entstehen durch zusätzliche Bäume, Retentionsflächen, Wasserelemente und neue Sitz- und Aufenthaltsangebote klimaresiliente und vielseitig nutzbare Freiräume.
Die zentralen Plätze werden dabei als eigenständige, identitätsstiftende Orte weiterentwickelt. Das Marktkirchenumfeld bildet als historischer und kultureller Mittelpunkt den räumlichen Höhepunkt des Konzepts, während der Kettwiger Platz einen grünen, parkartigen Aufenthaltsraum schafft. Bestehende Bäume und Beläge werden möglichst erhalten und gezielt durch hochwertige, langlebige und barrierefreie Maßnahmen ergänzt. Ein dezentrales Regenwassermanagement verbessert zusätzlich die Verschattung, Kühlung und ökologische Qualität. Insgesamt entsteht so eine besser vernetzte, klimaangepasste und lebendige Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Generationen.
Büro: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin
Der Entwurf "Die Wiederentdeckung der Langsamkeit" entwickelt die Essener Innenstadt als grün-blaues, klimaaktives Freiraumband, das Kettwiger Straße, Marktkirchenumfeld und Viehofer Straße zu einer zusammenhängenden, erlebbaren Stadtlandschaft verbindet. Im Mittelpunkt steht die behutsame Weiterentwicklung des Bestands: bestehende Beläge, räumliche Strukturen und prägende Orte werden erhalten und durch gezielte Eingriffe wie zusätzliche Baumsetzungen, Wasserelemente, Nebelstelen und Aufenthaltsinseln ergänzt. Entlang der Achse entsteht eine Abfolge aus Schattenräumen, Spiel-, Aufenthalts- und Kulturorten, die den Stadtraum stärker zum Verweilen als zum Durchqueren einladen. Die Marktkirche bildet dabei die zentrale grüne Mitte mit Wasserspiel, Sitzstufen und Lesebereichen. So entsteht eine entschleunigte, klimaresiliente Innenstadt mit hoher atmosphärischer Dichte und neuer Alltagsqualität.
Büro: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
Büro: wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum
Büro: KRAFT.RAUM Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Büro: capattistaubach urbane Landschaften, Berlin
Büro: SCHAAR Landschaftsarchitekten München GmbH
Büro: Förder Landschaftsarchitekten GmbH, Essen
Büro: ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin
Büro: IGS INGENIEURE GmbH & Co. KG, Weimar
Büro: Lex Kerfers Landschaftsarchitekten und Stadtplaner BDLA GbR, Bockhorn
Büro: GRIEGER HARZER DVORAK Landschaftsarchitekten PartGmbB, Berlin