Wir sind ESSENziell - Eine Arbeitgebermarke für Essen
Breite Beteiligung innerhalb der Stadtverwaltung bei Entwicklung des neuen Auftritts
Eine Arbeitgebermarke für die Stadt? Ist das nötig?
Eine Stadtverwaltung ist natürlich in erster Linie Dienstleisterin für ihre Bürger*innen. Die Leistungen, die sie erbringt, allseits bekannt. Oft wird die Stadt als Arbeitgeberin im Alltag kaum bis gar nicht bewusst wahrgenommen. Genau aus diesem Grund braucht auch eine Kommune eine Arbeitgebermarke, um diese Seite deutlicher hervorzuheben und stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.
Ab sofort geht die Stadt Essen mit der Marke "ESSENziell" an den Start. Die Arbeitgebermarke gibt mit ihrer strategischen Ausrichtung eine klare Orientierung, für welche Werte und Leistungen die Arbeitgeberin Stadt Essen steht. Besonders eine Stadt wie Essen mit 50 Fachbereichen und unterschiedlichen Aufgaben benötigt Personal aus verschiedensten Disziplinen. Eine von vielen Herausforderungen.
"Hier, mitten im Ruhrgebiet, stehen wir in großer Konkurrenz zu vielen großen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowohl aus der Privatwirtschaft als auch dem öffentlichen Dienst. Hinzu kommt, dass der Arbeitgebermarkt sich zu einem Arbeitnehmermarkt gewandelt hat. Daher müssen wir uns stärker positionieren, um die besten Talente auf uns aufmerksam zu machen und im Bestfall für uns zu gewinnen", beschreibt Julia Thiess, Teamleiterin des Teams Marketing und innovatives Recruiting, die Notwendigkeit einer Arbeitgebermarke für die Stadt Essen. Die Veröffentlichung der Arbeitgebermarke ist daher ein wichtiger Meilenstein und soll die Stadt künftig im sogenannten "War for Talents" erfolgreich unterstützen.
Der offizielle Launch der Marke "ESSENziell" fand Mitte Januar statt. Damit endet ein über zweijähriger Entwicklungsprozess. Mit der neuen Marke werden die Mitarbeitenden in den Fokus gesetzt. Dadurch soll deutlich werden, dass jede und jeder Einzelne für das Funktionieren der Verwaltung und der Stadt unverzichtbar ist. Der Wertschätzungsgedanke für die Mitarbeitenden soll direkt durch die Marke transportiert werden. Was für das bestehende Personal gilt, soll auch neue Kolleginnen*Kollegen anziehen.
Neue Marke ist die Visitenkarte der Stadt Essen
"Die Marke ist wie die Visitenkarte, die wir als Arbeitgeberin herausgeben, um im besten Fall die Leute anzuziehen, die auch zu unserer Marke und damit uns passen", erklärt Ilma Halvadzija, Teil des Projektmanagementteams.
Gleichzeitig löst die neue Marke die bisherige Personalmarketinglinie optisch ab. Im neuen Design spiegelt sich ebenfalls der Blick auf die Belegschaft wider und setzt diese groß in Szene, sowohl bei der neuen Karriere-Internetseite, auf Plakaten als auch dem städtischen Messeauftritt und in der gesamten Bilderwelt. Zum Launch wurde die Marke mit verschiedenen Formaten auf diversen Kanälen ausgespielt. "Wir werden mit dem neuen Imagefilm im Kino und mit neuen Plakaten auf den Roadsidescreens am Straßenrand sowie den Cityscreens innerhalb der Stadt zu sehen sein", freut sich Julia Thiess. "Ebenso auf der News Wall am Limbecker Platz. Gleichzeitig gehen wir mit einer neuen Karriere-Webseite online, die sich thematisch nur mit den Themen Karriere, Ausbildung, Studium und Quereinstieg bei der Stadt Essen befasst", fährt Julia Thiess fort.
Die Arbeitgebermarke fungiert als strategische Positionierung als Arbeitgeberin auch intern gegenüber den eigenen Mitarbeitenden. Deswegen war von Anfang an klar, dass die Marke nicht am grünen Brett entstehen kann, sondern von den Mitarbeitenden der Stadt selbst mitgestaltet werden soll. Dafür wurden diverse und vielfältige Beteiligungsprozesse durchgeführt. Ilma Halvadzija erklärt das Vorgehen während des gesamten Projektes: "Unser Credo war immer: Die Marke muss von innen heraus entwickelt werden. Sie muss authentisch sein."
Neben Einzelinterviews wurden auch Gruppeninterviews aus verschiedenen Berufsgruppen, sogenannten Fokusgruppen, durchgeführt, um verschiedene Erfahrungen und Arbeitsrealitäten zusammenzubringen. Ebenfalls wurde ein Online-Fragebogen zur Verfügung gestellt, sodass die gesamte städtische Belegschaft teilnehmen konnte.
Auch an den nachfolgenden Workshops zum Fragebogen wurden Mitarbeitende involviert. "Wir wollten damit gewährleisten, dass nicht nur Führungskräfte, sondern wirklich ein Querschnitt der Stadtverwaltung daran beteiligt wird. Damit soll die Akzeptanz der Marke sichergestellt werden, sodass sich die verschiedenen Kolleginnen und Kollegen mit der entstehenden Marke auch identifizieren können", erläutert Julia das Ziel der umfangreichen Maßnahmen.
Entwicklungspotenzial für die Zukunft
Das Ende des Projektes markiert auch den Anfang einer neuen Entwicklungsphase, denn eine Arbeitgebermarke ist kein statisches Produkt, sondern muss mit der Zeit gehen und sich immer wieder anpassen. "Ich finde es wichtig herauszustellen, dass die Arbeitgebermarke mehr ist als das womit wir jetzt nach außen gehen. Es gehört ebenfalls zur Arbeitgebermarke, zu schauen, wo haben wir noch Potenzial und womit sind die Leute gerade nicht glücklich. Aber auch, worin sind wir gut und was können wir weiter stärken. Die Marke ist weit mehr als nur Optik", beschreibt Ilma Halvadzija die internen Ziele für die Zukunft.
Daher muss mit verschiedenen Mitteln regelmäßig geprüft werden, ob durch bestimmte Maßnahmen Verbesserungen in der Wahrnehmung erzielt wurden.
Wer die Zukunft der Stadt Essen mitgestalten möchte, schaut am besten hier einmal vorbei: www.karriere.essen.de
2023 hat alles begonnen: Die Entwicklung der Arbeitgebermarke nahm mit allen Vorbereitungen, Planungen, Vergaben und Entwicklungsschritten 2,5 Jahre in Anspruch. Dabei unterstützen drei Agenturen das Projekt: "sasserathNOW" für die Strategieentwicklung und "Leagas Delaney" für das Design und das Kreative. Sowie später die Videoagentur "Two Seconds" für die Erstellung des Imagefilms.
Der offizielle Start des Projektes war im Juli 2024. Zu Beginn wurden alle bereits vorhandenen Unterlagen über die Stadt Essen als Arbeitgeberin gesichtet, gefolgt von einer Marktrecherche, bei der ermittelt wurde, wo die Stadt Essen sich am Markt befindet. Im nächsten Schritt erfolgte die qualitative Analysephase mit 76 Personen in einzelnen Interviews von bis zu 90 Minuten, mit Beteiligung des gesamten Verwaltungsvorstandes, sowie Gruppeninterviews, sogenannten Fokusgruppen. Ziel der qualitativen Analyse war es, ein breites Verständnis über die Stadt Essen als Arbeitgeberin zu bekommen und verschiedene Erfahrungen und Arbeitsrealitäten zusammenzubringen. Damit wurde der Erstentwurf des Markenkerns entwickelt.
Danach folgte die quantitative Analyse über einen Online-Fragebogen, der von über 4.100 Mitarbeitenden komplett abgeschlossen wurde, was etwa 36 Prozent aller städtischen Bediensteten ausmacht. Die Ergebnisse wurden in Workshops mit Mitarbeitenden der Stadt aufgearbeitet und zur Spezifizierung des Markenkerns herangezogen.
Das finale Ergebnis – die Arbeitgebermarke der Stadt Essen – wurde am 15. Januar 2026 mit einer internen Veranstaltung präsentiert. Parallel erfolgte der externe Launch mit verschiedenen Maßnahmen, wie einer Pressemitteilung, einer Social-Media-Kampagne sowie Werbung auf Roadside- und Cityscreens im Stadtgebiet.