Grün-blaues Innenstadtband und Marktkirchenumfeld

Freiraumplanerischer Wettbewerb

Im Rahmen eines freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs, welcher bis Sommer 2026 durchgeführt wurde, wurden die im IEK formulierten Leitideen für die Qualifizierung des öffentlichen Raums in der Kettwiger Straße, der Viehofer Straße sowie im Umfeld der Marktkirche konzeptionell vertieft und umsetzungsorientiert ausgearbeitet. Gesucht wurde ein qualitativ hochwertiges Gesamtkonzept, das nach Abschluss des Wettbewerbs weiterentwickelt und schrittweise realisiert werden kann. Mit der Organisation, Durchführung und Dokumentation des freiraumplanerischen Wettbewerbs wurde das Büro ISR – Innovative Stadt und Raumplanung GmbH beauftragt.

Ausstellung in der Kettwiger Straße und Konzeptvorstellung in der Marktkirche am 27. August 2026

Vom 27.08.-11.09.2026 werden die eingereichten Wettbewerbsarbeiten im Rahmen einer Ausstellung in der Kettwiger Straße ausgestellt. Die Ausstellungselemente finden sich auf Höhe des Burgplatzes vor der Kettwiger Straße 37. Am 27.08.2026 um 17 Uhr wird Oberbürgermeister Thomas Kufen die Ausstellung offiziell eröffnen. Anschließend wird es eine Konzeptvorstellung geben.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Umsetzung

In den kommenden Monaten wird der Entwurf zur Umsetzung des grün-blauen Innenstadtbandes konkretisiert. Der aktuelle Terminplan sieht eine Umsetzung in Bauphasen vor und es ist vorgesehen, dass mit dem ersten Bauabschnitt in 2028 begonnen werden kann.

Die Projekte "Grün-blaues Innenstadtband" und "Umgestaltung Marktkirchenumfeld" gehören zu den zentralen Leitprojekten des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) "Zukunft.Essen.Innenstadt". Mit ihnen verfolgt die Stadt Essen das Ziel, die Innenstadt langfristig klimaangepasst, lebendig und attraktiv weiterzuentwickeln.

Im Rahmen eines freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs werden die im IEK formulierten Leitideen für die Qualifizierung des öffentlichen Raums in der Kettwiger Straße, der Viehofer Straße sowie im Umfeld der Marktkirche konzeptionell vertieft und umsetzungsorientiert ausgearbeitet. Gesucht wird ein qualitativ hochwertiges Gesamtkonzept, das nach Abschluss des Wettbewerbs weiterentwickelt und schrittweise realisiert werden kann.

Der Betrachtungsraum erstreckt sich vom Willy-Brandt-Platz über die Kettwiger Straße und das Marktkirchenumfeld bis zur Viehofer Straße und zum Viehofer Platz. Das "Grün-blaue Innenstadtband" soll künftig klar erkennbar und für Besucher*innen erlebbar sein. Zusätzliche Grünflächen, neue Bäume und der sichtbare Einsatz von Wasser sollen dazu beitragen, dass die heutigen Einkaufsstraßen nicht nur als Durchgangsräume wahrgenommen werden, sondern sich zu attraktiven Aufenthaltsorten mit hoher städtebaulicher Qualität entwickeln.

Mit den Projekten verfolgt die Stadt Essen mehrere Ziele: Die Innenstadt soll ökologisch aufgewertet werden, etwa durch mehr Begrünung, weniger versiegelte Flächen und einen verbesserten Umgang mit Regenwasser. Gleichzeitig soll auf die zunehmende Hitzebelastung in den Sommermonaten reagiert und das Stadtklima durch Schatten, Verdunstung und kühlende Effekte von Wasser verbessert werden. Darüber hinaus soll die Verbindung zwischen dem nördlichen und südlichen Teil der Innenstadt gestärkt werden. Die öffentlichen Räume sollen vielfältig nutzbar sein und Begegnungen für Menschen aller Altersgruppen ermöglichen.

Informationen zum Planungsraum

Das Plangebiet liegt im zentralen Innenstadtbereich von Essen, nördlich des Hauptbahnhofs. Es erstreckt sich vom Willy-Brandt-Platz über die Kettwiger Straße und das Marktkirchenumfeld bis zur Viehofer Straße und zum Viehofer Platz. Mit einer Länge von rund 1,2 km und einer Fläche von etwa 28.000 ist es Teil des rund 73 ha großen Innenstadtgebiets. Der Raum ist stark frequentiert und geprägt durch Einzelhandel, Gastronomie, kulturelle Einrichtungen und öffentliche Flächen. Er bildet das Rückgrat des städtischen Fußgänger- und Handelsnetzes und hat hohe Bedeutung für die Vernetzung der Innenstadt.

Das Gebiet ist in drei räumlich und funktional eng verknüpfte Teilbereiche gegliedert:

  • Südlicher Bereich - Willy-Brandt-Platz und Kettwiger Straße
    Der südliche Bereich bildet die wichtigste Fußgängerzone Essens und eine der meistfrequentierten Straßen der Innenstadt. Sie verbindet den Hauptbahnhof mit dem Burgplatz und der nördlichen Innenstadt, erschließt zentrale Einkaufs- und Kulturangebote und übernimmt eine herausragende Rolle innerhalb des Stadtraums.
  • Zentraler Bereich - Marktkirchenumfeld
    Das Marktkirchenumfeld ist ein historisch und funktional bedeutender Stadtraum. Hohe Besucherfrequenzen entstehen durch den Wochenmarkt und die zentrale Lage. Der Bereich verknüpft die westliche Innenstadt, insbesondere Limbecker Straße und Limbecker Platz, mit der nördlichen Achse des Planungsgebiets.
  • Nördlicher Bereich - Viehofer Straße und Viehofer Platz
    Der nördliche Bereich stellt wichtige Bewegungs- und Aufenthaltsräume her und verbindet den Hochschul- und Kreativstandort City.Nord mit den zentralen Einkaufsbereichen. Trotz heterogener Nutzungsstrukturen trägt er wesentlich zur Erschließung und Vernetzung der Innenstadt bei.

Das Plangebiet weist überwiegend versiegelte Oberflächen aus Pflaster- und Betonsteinbelägen auf. Die Ausstattung des öffentlichen Raums ist uneinheitlich, Sitzgelegenheiten sind nur punktuell vorhanden, Möblierungen teilweise älter und Beleuchtungselemente stammen aus früheren Sanierungsphasen. Sondernutzungen wie Außengastronomie, Warenauslagen oder temporäre Informationsstände prägen das Erscheinungsbild und wirken sich räumlich und gestalterisch auf die Nutzung aus. Insgesamt zeigt das Plangebiet eine heterogene Struktur, die Defizite in Aufenthaltsqualität, Ausstattung und Begrünung aufweist, aber gleichzeitig vielfältige Ansatzpunkte für eine funktionale, atmosphärische und klimaresiliente Weiterentwicklung bietet.

Stadtklimatisches Simulationsmodell

In der Essener Innenstadt zeigen sich die Auswirkungen des Stadtklimas besonders deutlich. Über 70 Prozent der Flächen sind durch Gebäude, Straßen und Plätze versiegelt. Gleichzeitig gibt es nur wenige schattenspendende Strukturen und vergleichsweise wenig Grün. Diese Rahmenbedingungen begünstigen eine hohe Hitzebelastung, insbesondere an Sommertagen.

Versiegelte Oberflächen speichern Wärme und geben sie nur langsam wieder ab. Dadurch entsteht ein sogenannter Wärmeinseleffekt, der zu hohen Temperaturen am Tag und zu unzureichender Abkühlung in der Nacht führt. Für viele Menschen wird der Aufenthalt im öffentlichen Raum dadurch zunehmend belastend. Um die klimatische Situation fundiert zu analysieren, hat das Umweltamt der Stadt Essen im Herbst 2025 gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) ein hochaufgelöstes stadtklimatisches Simulationsmodell erarbeitet. Das Modell bildet die Bedingungen des heißesten Tages im Jahr 2024 (12. August) ab und berücksichtigt dabei die Wirkung von Bebauung und Vegetation. Die Simulation ermöglicht differenzierte Aussagen zur Lufttemperatur, zur Oberflächentemperatur und zur gefühlten Temperatur im Tagesverlauf. Die Ergebnisse verdeutlichen den bestehenden Handlungsbedarf und liefern wichtige Grundlagen für die Aufgabenstellung des Wettbewerbs.

Stadterneuerung und Stadtteilentwicklung | Innenstadt/Mitte, Leitung


N.N. weitere Informationen (Sprechzeiten, Anschrift, Dienstleistungen...)

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Frau Brandenburg, Lotta
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